Wissenswertes zur Diskussion und zum Fazit
Wer zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, verwechselt Diskussion und Fazit häufig. Das ist nicht überraschend, denn beide Kapitel stehen am Ende der Arbeit und beziehen sich auf die Ergebnisse. Trotzdem erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Wenn beide Kapitel denselben Inhalt wiederholen, wirkt die Arbeit schnell unstrukturiert und kostet im schlimmsten Fall wertvolle Punkte. In diesem Artikel erfährst du, worin sich Diskussion und Fazit unterscheiden und welche Inhalte in welches Kapitel gehören.
Was ist die Diskussion?
In der Diskussion setzt du dich mit deinen Ergebnissen auseinander. Du beschreibst nicht nur, was herausgekommen ist, sondern vor allem was diese Ergebnisse bedeuten.
Dabei ordnest du deine Erkenntnisse in den bisherigen Forschungsstand ein und erklärst mögliche Zusammenhänge. Stimmen deine Ergebnisse mit anderen Studien überein? Gibt es Unterschiede? Wodurch könnten sie entstanden sein? Je nach Forschungsdesign gehst du außerdem auf mögliche Grenzen deiner Untersuchung ein. Beispielsweise kann eine kleine Stichprobe, eine eingeschränkte Datengrundlage oder die gewählte Methode Einfluss auf die Aussagekraft deiner Ergebnisse haben. Kurz gesagt: In der Diskussion interpretierst und bewertest du deine Ergebnisse.
Was ist das Fazit?
Das Fazit bildet den Abschluss deiner Arbeit. Hier beantwortest du noch einmal deine Forschungsfrage auf Grundlage der zuvor dargestellten Ergebnisse und Interpretation. Gleichzeitig fasst du die wichtigsten Erkenntnisse knapp zusammen und schließt deine Arbeit logisch ab.
Ein gutes Fazit enthält keine neuen Ergebnisse, keine neuen Quellen und keine ausführliche Interpretation. Diese Inhalte gehören bereits in die Diskussion. Oft endet das Fazit mit einem kurzen Ausblick. Dabei kannst du beispielsweise auf offenen Forschungsbedarf oder mögliche praktische Anwendungen deiner Ergebnisse eingehen.
Die wichtigsten Unterschiede
| Diskussion | Fazit |
|---|---|
| interpretiert die Ergebnisse | beantwortet die Forschungsfrage |
| ordnet Ergebnisse in den Forschungsstand ein | fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen |
| bewertet Stärken und Grenzen der Untersuchung | bildet den Abschluss der Arbeit |
| enthält ausführliche Interpretation | bleibt kurz und prägnant |
| kann verschiedene Erklärungen diskutieren | enthält keine neue Argumentation |
Ein einfaches Beispiel
Angenommen, deine Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Homeoffice auf die Arbeitszufriedenheit.
In der Ergebnisdarstellung zeigst du zunächst, dass die Mehrheit der Befragten eine höhere Arbeitszufriedenheit angibt.
In der Diskussion setzt du dieses Ergebnis in Beziehung zu anderen Studien. Du erklärst mögliche Ursachen, vergleichst deine Erkenntnisse mit der vorhandenen Literatur und gehst auf Einschränkungen deiner Untersuchung ein.
Im Fazit beantwortest du schließlich die Forschungsfrage in wenigen Absätzen. Außerdem fasst du die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und gibst einen kurzen Ausblick auf mögliche weitere Forschung.
Typische Fehler
Viele Studierende machen in diesen beiden Kapiteln dieselben Fehler.
Dazu gehören unter anderem:
- Die Diskussion besteht nur aus einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
- Im Fazit werden die Ergebnisse erneut ausführlich interpretiert.
- Im Fazit werden plötzlich neue Quellen oder neue Argumente eingeführt.
- Beide Kapitel enthalten nahezu denselben Inhalt.
Wenn Diskussion und Fazit klar voneinander getrennt sind, wirkt die gesamte Arbeit strukturierter und wissenschaftlicher.
Merkhilfe
Eine einfache Eselsbrücke lautet:
- Diskussion: Was bedeuten meine Ergebnisse?
- Fazit: Was ist die Antwort auf meine Forschungsfrage?
Allein mit diesen beiden Fragen lässt sich meistens schnell entscheiden, in welches Kapitel ein Inhalt gehört.
Fazit
Diskussion und Fazit verfolgen unterschiedliche Ziele. Während du in der Diskussion deine Ergebnisse interpretierst, bewertest und einordnest, fasst du im Fazit die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und beantwortest deine Forschungsfrage. Wenn beide Kapitel diese Aufgaben klar erfüllen, entsteht ein sauberer Abschluss deiner wissenschaftlichen Arbeit.