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Literaturverzeichnis erstellen leicht gemacht

Literaturverzeichnis einer wissenschaftlichen Arbeit

Warum das Literaturverzeichnis so oft schiefgeht

Ein sauberes Literaturverzeichnis gehört zu jeder wissenschaftlichen Arbeit, und fast alle beschäftigen sich am letzten Abend damit. Dann fehlen Erscheinungsjahre, Schreibweisen sind uneinheitlich, und die Sortierung stimmt nicht. Das wirkt nachlässig und kostet Punkte, obwohl inhaltlich alles passt.

Dabei ist das der am einfachsten vermeidbare Punktverlust der ganzen Arbeit. Wer jede Quelle direkt beim Lesen vollständig notiert, hat am Ende nichts mehr zu tun. Dazu gehören Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Verlag und Seitenzahlen, bei Internetquellen zusätzlich die Adresse und das Abrufdatum.

Was hineingehört und was nicht

Im Literaturverzeichnis stehen alle Quellen, die du tatsächlich verwendet hast. Es belegt, auf welcher Grundlage du gearbeitet hast, und macht deine Aussagen überprüfbar.

Daraus folgt beides. Was im Text zitiert wird, muss im Verzeichnis stehen, und was nie zitiert wurde, gehört dort nicht hin. Gelesene, aber nicht verwendete Literatur aufzunehmen, um das Verzeichnis länger wirken zu lassen, fällt auf und wirkt genau gegenteilig.

Welche Angaben nötig sind

Das hängt vom Quellentyp ab. Bei Büchern sind es Autor, Erscheinungsjahr, Titel und Verlag, je nach Vorgabe auch der Ort. Bei Fachartikeln kommen Zeitschrift, Band, Ausgabe und Seitenzahlen dazu, inzwischen meist auch der DOI.

Bei Internetquellen brauchst du Institution, Veröffentlichungsdatum, Titel und Adresse. Ob ein Abrufdatum verlangt wird, steht in den Vorgaben deines Lehrstuhls und unterscheidet sich je nach Zitierweise.

Wie die drei gängigen Systeme aussehen

Bei APA in der siebten Auflage steht das Jahr direkt hinter dem Autor, Titel werden kursiv gesetzt und Vornamen abgekürzt. Ein Buch sieht dann so aus: Müller, T. (2022). Wissenschaftliches Arbeiten im Studium. Springer. Ein Zeitschriftenartikel ergänzt Band, Ausgabe, Seiten und DOI.

Harvard ordnet ebenfalls alphabetisch, schreibt Vornamen aber meist aus und setzt das Jahr hinter den Namen ohne Klammern. Chicago ist vor allem international verbreitet, nutzt ausgeschriebene Namen und stellt das Jahr ans Ende des Eintrags.

Die Unterschiede wirken klein und sind es nicht. Entscheidend ist weniger, welches System du wählst, als dass du es über sechzig Seiten konsequent durchhältst.

Die fünf häufigsten Fehler

Unvollständige Angaben stehen an erster Stelle, meist fehlt das Erscheinungsjahr oder die Seitenzahl. Direkt danach kommen uneinheitliche Schreibweisen, etwa wenn Vornamen mal ausgeschrieben und mal abgekürzt sind.

Der dritte Fehler ist eine Quelle im Text, die im Verzeichnis fehlt, der vierte sein Gegenstück mit Einträgen, die nie zitiert wurden. Und schließlich die falsche Reihenfolge, die fast immer dadurch entsteht, dass am Ende noch schnell etwas eingefügt wurde.

Jeder dieser Punkte lässt sich in zehn Minuten prüfen. Zusammen entscheiden sie darüber, ob die Arbeit sorgfältig wirkt oder hingeworfen.

So bleibt es stressfrei

Speicher jede Quelle sofort beim Recherchieren, nicht später. Entscheide dich zu Beginn für ein System und misch es nicht. Arbeite mit einem Literaturprogramm wie Zotero, Citavi oder EndNote, das viele Hochschulen kostenlos bereitstellen.

Und prüf am Ende trotzdem jeden Eintrag von Hand. Literaturprogramme übernehmen Fehler aus Datenbanken ungefiltert, besonders bei Zeitschriftentiteln und Umlauten. Ein automatisch erzeugtes Verzeichnis ist ein guter Entwurf und keine fertige Lösung.

Was es mit Plagiaten zu tun hat

Ein lückenhaftes Verzeichnis ist nicht nur ein Formfehler. Wenn eine Aussage im Text belegt scheint, der Beleg aber nirgends auflösbar ist, bewegt sich das in Richtung eines Plagiats, auch wenn niemand etwas absichtlich verschwiegen hat.

Deshalb lohnt sich der letzte Abgleich zwischen Text und Verzeichnis in beide Richtungen. Wer dabei auf Nummer sicher gehen will, kann die Arbeit vor der Abgabe durch die Plagiatsprüfung laufen lassen.

Was du daraus mitnehmen kannst

Das Literaturverzeichnis ist der Teil der Arbeit, der am wenigsten Denkleistung verlangt und am zuverlässigsten Punkte kostet, wenn er liegen bleibt. Wer früh strukturiert arbeitet, hat am Ende nur noch eine Kontrolle vor sich statt einer Rekonstruktion.

Wer diese letzte Kontrolle nicht selbst übernehmen will, findet sie im Korrektorat. Zitationsfehler gehören dort zu den häufigsten Funden, gerade bei Arbeiten, die inhaltlich längst fertig sind.

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