Systematische Literaturrecherche – so geht’s
Wer eine Bachelor- oder Masterarbeit schreibt, kommt an der Literaturrecherche nicht vorbei. Dabei taucht häufig der Begriff systematische Literaturrecherche auf. Doch was bedeutet das eigentlich? Viele Studierende sammeln ihre Quellen zunächst spontan: ein paar Treffer bei Google Scholar, ein Buch aus der Bibliothek und vielleicht noch ein Artikel aus einer Datenbank. Für kleinere Hausarbeiten reicht dieses Vorgehen oft aus. Bei einer Abschlussarbeit erwarten Hochschulen jedoch eine strukturierte und nachvollziehbare Recherche. In diesem Artikel erfährst du, was eine systematische Literaturrecherche ausmacht und wie du Schritt für Schritt vorgehst.
Was ist eine systematische Literaturrecherche?
Eine systematische Literaturrecherche bedeutet, dass du wissenschaftliche Literatur nach einem festen und nachvollziehbaren Vorgehen suchst, auswählst und dokumentierst. Das Ziel besteht darin, möglichst alle relevanten wissenschaftlichen Quellen zu deinem Forschungsthema zu finden – nicht nur die ersten Suchergebnisse. Dadurch wird deine Recherche transparent und andere können nachvollziehen, wie du zu deiner Literatur gekommen bist.
Warum ist sie wichtig?
Die Qualität deiner Arbeit hängt maßgeblich von der Qualität deiner Quellen ab. Wenn wichtige Studien fehlen oder du nur zufällig ausgewählte Literatur verwendest, kann das dazu führen, dass deine Argumentation unvollständig bleibt. Eine systematische Recherche hilft dir dabei,
- einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu gewinnen,
- wichtige Studien zu identifizieren,
- Forschungslücken zu erkennen und
- deine Aussagen auf eine fundierte wissenschaftliche Grundlage zu stützen.
Schritt 1: Die Forschungsfrage festlegen
Bevor du mit der Suche beginnst, solltest du genau wissen, wonach du eigentlich suchst. Je präziser deine Forschungsfrage formuliert ist, desto einfacher wird später die Recherche.
Überlege dir außerdem wichtige Begriffe und mögliche Synonyme, die zu deinem Thema passen. Gerade englische Suchbegriffe liefern häufig zusätzliche wissenschaftliche Literatur.
Schritt 2: Geeignete Datenbanken nutzen
Nicht jede Suchmaschine eignet sich für wissenschaftliche Arbeiten. Für eine Literaturrecherche solltest du vor allem wissenschaftliche Datenbanken verwenden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Google Scholar
- BASE
- SpringerLink
- JSTOR
- ScienceDirect
- PubMed (für medizinische Themen)
Je nach Fachgebiet können auch die Datenbanken deiner Hochschulbibliothek besonders wichtig sein.
Schritt 3: Suchbegriffe kombinieren
Nutze nicht nur einzelne Wörter.
Kombiniere verschiedene Suchbegriffe miteinander und verwende Synonyme.
Beispiel:
- „Homeoffice“ AND „Arbeitszufriedenheit“
- „Remote Work“ AND „Job Satisfaction“
- „Telearbeit“ OR „Homeoffice“
Mit sogenannten Booleschen Operatoren wie AND, OR und NOT kannst du deine Suche gezielt erweitern oder eingrenzen.
Schritt 4: Quellen auswählen
Nicht jede gefundene Veröffentlichung gehört automatisch in deine Arbeit. Prüfe jede Quelle kritisch.
Frage dich zum Beispiel:
- Passt sie wirklich zu meiner Forschungsfrage?
- Ist sie wissenschaftlich?
- Ist sie aktuell?
- Handelt es sich um eine Originalquelle?
- Wird sie häufig in anderen wissenschaftlichen Arbeiten zitiert?
So vermeidest du, dass dein Literaturverzeichnis unnötig wächst.
Schritt 5: Literatur dokumentieren
Ein häufiger Fehler besteht darin, Quellen erst am Ende zu sammeln. Besser ist es, von Anfang an jede gefundene Literatur zu dokumentieren.
Notiere dir beispielsweise:
- Autor
- Erscheinungsjahr
- Titel
- DOI oder URL
- kurze Notizen zum Inhalt
So sparst du dir später viel Zeit beim Erstellen des Literaturverzeichnisses.
Typische Fehler bei der Literaturrecherche
Gerade am Anfang passieren häufig dieselben Fehler.
Dazu gehören unter anderem:
- nur Google statt wissenschaftlicher Datenbanken nutzen,
- ausschließlich deutschsprachige Literatur suchen,
- Suchbegriffe nicht variieren,
- Quellen ungeprüft übernehmen,
- Literatur erst kurz vor der Abgabe sammeln.
Mit etwas Planung lassen sich diese Fehler leicht vermeiden.
Das Wichtigste auf einen Blick
Eine systematische Literaturrecherche bedeutet nicht, möglichst viele Quellen zu sammeln. Entscheidend ist, dass deine Suche strukturiert, nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert erfolgt. Wenn du deine Forschungsfrage klar formulierst, geeignete Datenbanken nutzt, verschiedene Suchbegriffe ausprobierst und deine Literatur von Anfang an dokumentierst, schaffst du eine solide Grundlage für deine Bachelor- oder Masterarbeit.